KTS "Stubnitz"




(Aus "The sea fisheries of the GDR" VEB Fischkombinat Rostock Oktober 1980)

 

 

Foto:Bernd Lohmann

Foto: Archiv Kröger

Foto:Lothar Schumacher

 

 

 

Rotbarsch Übernahme in der Barentssee vom Spezi

 

Foto: Gerhard Leuendorf

Treibstoffübergabe auf hoher See von einem russischen Versorgungsschiff

 

Foto:Gerhard Leuendorf

Hofi Gerhard

 

Foto: Archiv K-H Voß

Rotbarschübernahme vom Rostocker "Spezie" im Nordmeer. Der Übergabesteert ist an Deck.

An Backbord liegt das "Leergut" mit den Rostocker Blasen, die durch einen Netzbeutel vor

Beschädigungen geschützt wurden und so besser befestigt werden können.

 

Foto:Gerhard Leuendorf

Unvermeidbarer Beifang

 

Foto:Gerhard Leuendorf

KTS "Stubnitz" und "Granitz" Übergabe von Hering auf der Georgsbank 1968

an MS "Tekoa"

Foto:Gerhard Leuendorf

Kein Geld verdient!!



Erinnerungen von Chief Wilhelm Bonies





voller Steert vor Afrika

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Bestmann Horst Jersak berichtet....

 

 

 

 

 

Rudergänger Horst

 

 

 

 

 

Übergabesteerte

Links: Scherbeneis zum Runterkühlen des Wasser- Fischgemisch in dem Bunker

 

 

 

Das "Postboot" kommt!        (Foto:Bernd Füchsel)

Bis 1973 musste die Handelsflagge der DDR geführt werden s/r/g und Staatsemblem 

in der oberen Ecke.

 

Übernahme !        (Foto:Bernd Füchsel)

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KTS "Granitz"

 

 




"TECHNIKUS" war eine Zeitschrift in der DDR. Wann dieser Artikel erschienen ist, ist unbekannt . SAS 502 "Granitz" wurde im April 1965 in Dienst gestellt.  Hier ein paar Auszüge:


Das Thermometer im Fischereihafen Rostock zeigt am Mittag draußen im Schatten 30 Grad

über Null. Unten in den Kühlräumen ist das Quecksilber auf 22 Grad unter Null stehenge-

blieben. Im Bauch des Kühl- und Transportschiffes "GRANITZ" vom Fischkombinat Sassnitz

stecken noch Hunderte Tonnen Gefrierfisch. Werden wir am nächsten Tag auslaufen können?

Am Mittag kommen mehrere Löschkommandos an Bord und arbeiten ununterbrochen auf

Hochtouren. Die etwa 22 kg schweren Kartons mit gefrosteten Heringen werden zügig auf die

Paletten gestapelt. Die grünen vierfüßigen, lang aufgeschossenen Kranriesen hieven ununter-

brochen Fisch aus den Luken. Gabelstapler übernehmen auf der Laderampe den Fisch, setzen

ihn für Sekunden auf die Waage und huschen dann mit dem ganzen Stapel aus Frostfisch-

paketen flink in die Kühlhalle. Vor dem Krieg wurden in den Häfen auf dem heutigen Gebiet

der DDR 14000 t Fisch angelandet. 1960 brachten unsere Fischer bereits 106000 t mit von

See 1964 200000 t. 


ENDLICH KOMMT DER LOTSE Heute klappern die Stufen des Fallreeps

öfter als an den vergangenen Tagen: Die Mannschaft kommt an Bord, die Landwache übergibt

das vorbereitete Schiff, von dem nun wieder die jungen Matrosen, Maschinisten, Steuerleute, 

und ihr Kapitän, Erwin Popall, Besitz ergreifen. Die Besatzung nutzt den Nachmittag und Abend,

zu einem Besuch bei der Familie oder in der Hafenstadt. Der 5. Mai, der endgültige Tag des

des Auslaufens, ist ausgefüllt mit Reparieren, Inspizieren, Organisieren, Kontrollieren, sowohl

für die Mannschaft als auch für die Offiziere. Schwerpunkte sind heute noch einmal Funkan-

lagen und nautische Geräte, Bordfunk, Radar, Echolot, Kreiselkompaß. Rettungsboote und 

-ringe sowie die aufblasbaren Rettungsflöße überstehen eine kritische Inspektion erfolgreich.

Die Proviantübernahme scheint kein Ende zu nehmen. Um 18 Uhr melden sich Paß-und Zoll-

kontrolleur. Wenig später gehen zwei Schlepper längsseits, sie bringen den Lotsen mit. Nach 

der Kontrolle wird die letzte direkte Verbindung zum Festland eingeholt, das Fallreep. Schon

sind die Leinen losgemacht, wir werden zwischen den Fahrwasserbojen hindurch aus dem

Rostocker Fischereihafen hinausbugsiert. Mit mir schauen viele Besatzungsangehörige in

Richtung See, die wieder für Wochen ihre "Heimat" sein wird. WIR DAMPFEN NACH NORDWEST

Der nächste Morgen sieht das Schiff im Sund und mich schon 3.00 Uhr im Steuerhaus, wo mir

der Diensthabende ein Glas in die Hand drückt und backbord voraus Kopenhagen ankündigt.

Dienst am Kunden- würde man so etwas beim Reisebüro nennen. Hier spüre ich von Anfang

der Fahrt eine hilfsbereite Kameradschaft.

Wir sind in der Norwegischen Rinne angelangt, einem bekannten Fischfanggebiet der Sassnitzer

Kutterflotte und ihrer beiden Mutterschiffe "Granitz" und "Stubnitz". Aber die "Stubnitz" und

die Kutterflottille sind weit von hier. Sie versuchen, Hunderte Seemeilen nordwestlicher, vor der

Ostküste Englands und Schottlands, den Hering zu überlisten. Aber zur Zeit ist die "Stubnitz"

mit den vielen Kuttern allein. Also dampfen auch wir quer durch die Nordsee in Richtung Fladen

Grund. Den ersten Kutter begegnen wir nach 1 1/2...2 Tagen. Die See ist etwas ruhiger ge-

worden. Der Kutter kommt achtern heran. Wir ziehen den ersten Fang, eine kleine Auf-

merksamkeit des Kutters für die Besatzung der "Granitz", an Bord: Einen kleinen Plastik-

beutel mit 6 delikat geräucherten Makrelen. Die bärtigen, jungen Kutterfischer übernehmen

von uns einige Lebensmittel. Wenn auch unser erster "Fang" bescheiden ist, so wird doch

damit der Auftakt gegeben für bevorstehende schwere Stunden und Tage. 


MIT ECHOGRAPH

UND FISCHLUPE Wir dampfen immer tiefer in den Fischereibereich unserer Kutterflottille hinein.

Der Seegang nimmt zu, auch der Seegang wir immer stärker. Unermüdlich tuckern die Kutter

auf und ab, pflügen die schwere See, hinter sich das Grundschleppnetz. Auch bei uns auf der

Steuerbrücke wird öfter als sonst ein Blick auf Echograph und Fischlupe geworfen, die eine 

Wassertiefe von 100...150m sowie jeden Heringsschwarm genau anzeigen. Am späten Nach-

mittag nehmen wir Verbindung zu den Kuttern auf. In dieser "Programmzeit" melden die Kutter

3 mal täglich ihre Fänge und vereinbaren ungefähr Ort, Zeit und Reihenfolge der Fangübergabe

an das Großschiff. Wenig später ertönt zum ersten Mal das Kommando: "Fertigmachen zur

Übernahme" über das Arbeitsdeck. Ein Matrose wirft zwei große orangefarbene Bälle, da-

zwischen 10 m mit Korkstücken besetzte Leine, an die ein dickes Tau geknüpft ist, achtern

aus der Heckslip. Unser Schiff macht langsame Fahrt voraus, zieht Tau, Korkleine und Bälle wie

große Apfelsinen hinter sich her. Diese müssen von dem Kutter hinter uns aufgenommen 

werden. Danach wird dort in Windeseile der Steert mit dem kostbaren Inhalt an unser Tau

 geschäkelt, und los schnurrt die Winde auf dem alles Sache von wenigen Minuten. 

Während der volle Steert das schräge Heck und dann über den Fischbunker hochgezogen

fachmännisch am unteren Ende geöffnet wird, kommt der Kutter wie ein hungriger, gieriger

Wolf ungestüm auf den Wellen reitend mit seinem Bug bei uns achtern auf Wurfleinennähe 

heran, um schnell einen leeren Steert zu übernehmen: Er muss bereit sein für neue Fänge in 

der fischreichen Nordsee.


"KOMBÜSE, ALLES FESTSETZEN!" Aber unser Fischzug dauert

nicht lange. Wind und Seegang haben sich nicht gelegt, die Wettervorhersage ist wenig

ermutigend - auch nicht für mein persönliches Wohlbefinden. Die See rollt schwer und blei-

grau, auf der Spitze weiße Schaumkronen. Die Kutter melden sich ab in Richtung der ruhigeren

englischen Küstengewässer. Wir bleiben auf hoher See, dampfen zwei Tage mit halber Kraft

gegen und mit dem Wind. Bei jedem Wenden kommt das Kommando:" Kombüse, alles

festsetzen, wir wenden", damit größeres Unheil vermieden werden kann. In der Kombüse,

der Schmiede, wie man scherzhaft hier auf dem Schiff sagt, geht die Arbeit weiter. Tag und

Nacht, Ruhe oder Sturm, Wind oder Stille, stets bekommen Offiziere und Mannschaft ein

schmackhaftes, reichliches Essen vorgesetzt. Das erlauben die Kochkünste des fleißigen

Küchenpersonals und nicht zuletzt auch der Verpflegungssatz von 7,71 MDN pro Tag.

Der Sturm legt sich wieder und die Matrosen machen ihre Geräte klar. Bis die Kutter aus den

englischen Häfen zurückkommen, geht das KTS auf Eigenfang, denn auch dazu ist das Schiff

in der Lage. 


MIT SAS 296 NACH HAUSE Zwei Tage später kommt die Kutterflotte wieder. Wir 

sind nun schon acht Tage auf See. Deshalb wird auch der Kutter aus dem Heimathafen

Stralsund sehnsüchtig erwartet. Er bringt Zeitungen und Post, Post von zu Hause, das nun

schon wieder viele Tage und mehr als 550 Seemeilen entfernt ist. Einer der Kutter wird heute

nach Hause fahren - mit mir, denn es ist Zeit. Aber erst muss ich hinüber. Der am Nachmittag

freundlichere Wind nimmt wieder zu. Wir bekommen Windstärke 6.....7 und höheren Seegang.

Gegen 23.30 Uhr kommt der Kutter SAS 296 "Finnwal" in Sicht. Ein Schlauchboot geht auf der

windgeschützten Seite von Bord, dannach an der Jakobsleiter der Bootsmann und ein Matrose.

Als das Schlauchboot von den Wellen in meine Nähe gehoben wird, lasse ich mich fallen - 

und lande im Schlauchboot. Nach mir mein Gepäck und meine Kameras, wasserdicht in Ölzeug

verpackt. Das Deck des Kutters taucht nach kurzer Fahrt einmal hoch über uns und wenig spä-

ter wieder für kurze Zeit neben uns auf. Mit einem ordentlichen Satz bin ich drüben - hier gibt

es keine Leiter. Schnell verschwinde ich im Inneren des 26 Meter lange Stahlkutters, der an-

scheinend mit mir einen Boxkampf austragen möchte. Bei jeder möglichen und unmöglichen,

mir völlig ungewohnten Schaukelei des Kutters schlage ich hart gegen die Wände, Ecken und

Geländer. Die Koje ist mir der beste Aufenthaltsort, aber auch hier finde ich zunächst keine

Ruhe. Das Leben hier ist schwerer und härter als auf dem Großschiff, die Fischerei aber nicht

weniger erfolgreich. Das beweist schon der nächste Morgen, an dem wir eine für diese Jahres-

zeit große Menge von 8 t Heringen auf einmal fangen. Aber schon nach zwei Tagen ist unser 

Kutter voll. Wir übergeben keinen Fang mehr an das Großschiff, wir gehen auf Heimreise.

Nach drei Tagen schaukeln wir in den Sassnitzer Hafen hinein, der uns sanft und ruhig

empfängt. Jetzt haben die Hochseefischer 3 Tage Ruhe, und dann geht es wieder hinaus

aufs weite Meer.

14.03,2025

 

 

 

 

Fotos: Genzen Archiv Kröger

 

 

 

KTS "Granitz" wird nach Egersund geschleppt-Übernahmeleine in der Schraube

 

Bunker sind voll und an Deck liegen einige volle Übergabesteert

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Hafengeburtstag XXL

Wegen des Feiertages Christi Himmelfahrt dauerte das Volksfest zum Hamburger Hafen-

geburtstag diesmal vom 10.-13.5.2018 . Dies nutzte Lutz Schuch und besuchte die "Stubnitz".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Lutz Schuch

 

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Post auf See ...

 

 

 

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....mal ein Rostocker!

 

Foto: Harry Schneidereit

Das KTS ROS 320 "Evershagen". Diese Schiffe wurden auch liebevoll "Filetkrähen" genannt.

(Loch Broom)

 

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